Die Zukunft des Handels

Willkommen in der Zukunft!

umdasch Seminar
zur Zukunft des Handels

Wie sieht er aus, der Store der Zukunft? Welches Konzept wird überzeugen? Was muss ein Laden können, der die Kunden zufriedenstellt? Wir waren beim Seminar der umdasch Shop Academy dabei und haben uns in Wien einen Tag lang auf die Suche gemacht.

Der Online-Handel nimmt immer weiter an Fahrt auf. Statistiken und Studien rechnen es uns ständig vor. Fast möchte man meinen, der Online-Handel ist ein unaufhaltsamer Gigant, ein Goliath, der den stationären Handel, in diesem Fall David, klar besiegt. Doch schon die Geschichte von David gegen Goliath hat uns gelehrt, dass nicht immer der vermeintliche Riese gewinnen muss. Das sollte sich auch der Einzelhandel vor Augen halten – und nicht den Kopf in den Sand stecken und warten, „bis das alles vorbei ist“. Denn – so viel ist klar – der Online-Handel wird nicht „vorbeigehen“. Er wird bleiben. Die Frage ist nur, wie sich der stationäre Handel positionieren kann, damit der Kauf vor Ort in Zukunft wieder begehrenswert wird.

Es gibt in und außerhalb der Branche bereits gute Beispiele, wie das funktionieren kann – man muss nur die Augen offen halten und vielleicht auch einmal einen Blick über den Tellerrand werfen. Sich von anderen Branchen inspirieren lassen, Eingeständnisse machen, Veränderungen vornehmen. Denn von nichts kommt auch nichts.

Um für Sie Inspirationen zu finden, haben wir uns gemeinsam mit der  umdasch Shop Academy Ende September in Wien auf den Weg gemacht, und unterschiedliche Store-Konzepte angesehen, analysiert und diskutiert.

Der Retail-
Design-Kompass

Manufactum Das Warenhaus hat im September seine erste Filiale außerhalb Deutschlands, in Wien, eröffnet. Durch ein breites Sortiment und einen Gastro-Bereich überzeugt der Concept Store.

Tesla Innovative Produkte treffen auf eine ruhige und zurückhaltende Verkaufsfläche. Schade, wo man doch gerade bei dieser Marke viel Storytelling am P.O.S. einsetzen und damit Neugierde am Fahrspaß der Zukunft wecken könnte.

Manufactum Wien
Manufactum Wien
Tesla Store Wien
Tesla Store Wien

Nike Flagship-Store Von einem Riesen wie Nike könnte man erwarten, dass das Store-Design perfekt umgesetzt ist. Jedoch ist uns gleich aufgefallen, dass zwar ein großer Screen Passanten anziehen soll, der aber in der wichtigsten Gehrichtung gar nicht eingesehen werden kann. Auch im Store könnte mehr mit dem Thema Sport gearbeitet werden.

Kauf dich glücklich Schöner Name, schönes Sortiment. Hipster-Store im Berliner Look. Schade nur, dass die wirklich schöne Geschichte hinter dem Erfolg* nicht im Store kommuniziert oder zumindest angeteasert wird … zum Beispiel mit frischen Waffeln?

(*Kauf dich glücklich feierte den großen Durchbruch, als die Gründer eher aus Langeweile angefangen haben, Waffeln in ihrem Geschäft zu backen. Der köstliche Duft lockte viele Leute an und – machte
sie glücklich! :))

Nike Flagship Store
Nike Flagship Store
Kauf dich glücklich
Kauf dich glücklich

k. und k. Hof-Schuhmacher Scheer Viel Storytelling gab es beim traditionsreichen k. und k. Hof-Schuhmacher Scheer zu entdecken. Ein Blick „hinter die Kulissen“ und in die Werkstatt vermittelt einen Eindruck, warum ein Paar Schuhe hier ab € 6.000,– kosten darf. Spektakulär auch die alten Fresken an den Wänden.

&otherstories Lange haben die Wienerinnen darauf gewartet – endlich ist nun auch ein Ableger des schwedischen Moderiesen in der österreichischen Hauptstadt zu finden. Stylisches Gesamtkonzept mit Fashion, Schuhen, Beauty, Schmuck und Accessoires.

k. & k. Hofschuhmacher Scheer
k. & k. Hofschuhmacher Scheer
&otherstories

Biogena Wer Nahrungsergänzungsmittel langweilig findet, war noch nie bei Biogena. Das Geschäft bietet zahlreiche, natürliche Zusatzstoffe in gewohnter Apotheker-Manier an, jedoch mit dem Unterschied, dass das Geschäft mit „lebendigen“ Elementen einen Hauch von Natur vermittelt.

Joseph Brot Mit Qualitätsbrot, bestem Marketing und einem starken Storytelling hat sich Joseph Brot in Wien etabliert. Und kann dank dieses gut umgesetzten Gesamtpakets auch mehr für sein handgemachtes Gebäck verlangen als der Filialist um die Ecke.

Biogena
Biogena
Joseph Brot
Joseph Brot

Bosch Store Der von umdasch geplante und umgesetzte Bosch Store in der Mariahilfer Straße lieferte spannende Einblicke. Eine integrierte Schauküche lädt u.a. zum Ausprobieren der verschiedenen Geräteanwendungen ein. Generell eine Bosch-
Erlebniswelt für Haushaltsgeräte, wo Beratung großgeschrieben wird.

Viu-Brillen & WeBandits Eine Symbiose, die funktioniert. Unten werden die stylischen Viu-Brillen lässig präsentiert, oben gibt es ungewöhnliche Fashion aus Korea und Skandinavien. Ein Concept-Store der etwas anderen Art.

Bosch Store
Bosch Store
Viu Brillen

Solebox Interessant das Solebox-Konzept. Die Verkaufsräume unter (!) Straßenniveau machen neugierig auf mehr. Kreativ auch das Erdgeschoss, in dem junge Künstler ihre Arbeiten ausstellen können und so die Aufmerksamkeit der Passanten auf den Store gelenkt wird. Überraschend: Solebox gehört zur Deichmann-Gruppe!

Mühlbauer Hüte Ein Hut ist ein Hut ist ein Hut? Keineswegs! Ein echter Hutmacher wird da vehement widersprechen. Auch ein Blick in die Hutmanufaktur Mühlbauer, in der seit 1903 Hüte in Handarbeit hergestellt werden, zeigt die Vielfalt. Schade nur, dass mit dem spannenden Store-Design nicht noch mehr gespielt und teils auch Mut zur Lücke gelassen wird. Ansonsten: gelungenes Konzept mit Storytelling.

Solebox
Solebox
Mühlbauer Hüte
Mühlbauer Hüte

#Lookfinder Fazit

Gelungene Store-Konzepte lassen sich einige finden. In Wien, in München, in Berlin. Wichtig ist, dass aktuelle Trends mit berücksichtigt werden, ohne jedoch aufgesetzt zu wirken. Eine wichtige Rolle spielen natürlich auch die Mitarbeiter, die die Konzepte täglich umsetzen, bearbeiten und verkaufen müssen. Sind sie von ihrer Arbeit begeistert und können sich einbringen, wird es funktionieren. Denn sie selbst sind ja nicht nur Verkäufer, sondern auch Konsumenten und wissen, was sie anspricht und was nicht. Erlebnisse und Unerwartetes schaffen regt die Fantasie und Entdeckerfreude der Konsumenten an und man verankert sich damit in ihren Köpfen.

Der Rundgang hat uns einmal mehr gezeigt, dass selbst die schönsten Stores uninteressant sein können, wenn die Harmonie nicht stimmt, wenn die Authentizität fehlt. Und umgekehrt entdeckt man oft etwas völlig Neues dort, wo man es nicht erwartet hätte. Wer mit offenen Augen durch die Städte geht und Stores aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, kann viel Neues entdecken, das vielleicht auch selbst umgesetzt werden kann. So auch unser Fazit. Wir haben viele Dinge aus einer anderen Sichtweise heraus gesehen, haben neue Betrachtungsweisen zugelassen und so neue Ideen entdeckt. Manchmal reicht es, einfach den Blickwinkel zu verändern.

Die 6 Trends im
Shopdesign

  1. Storytelling
  2. Entschleunigung
  3. Erlebnis
  4. Abstrahierte Natur
  5. Pop-Ups
  6. Concept Stores

Per Definition ist ein Concept Store ein Geschäft, in dem neue Ideen gemeinsam präsentiert und so ein Einkaufserlebnis geschaffen wird. Concept Stores sind oft ein Mix aus verschiedensten Produktsortimenten wie Bücher, Beauty, Fashion, Genuss oder Home- und Dekowaren. Das Sortiment lebt von einer sorgfältigen Kuration, um ein definiertes Publikum anzusprechen. Viele Concept Stores bieten zusätzlich auch ein Gastro-Erlebnis mit Café oder eine Ausstellungsfläche für lokale Künstler an.

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